Innovation
IBH-Spülbohrung
Innovative Spülbohrung entlastet Kläranlage:
Rund 40.000 m³ reines Grundwasser gelangten seit 1972 jährlich in die Kemptener Kanalisation. Dank einer Spülbohrung durch die Innenstadt wird das Wasser nun direkt dem Vorfluter zugeführt.
Rund 40.000 m³ reines Grundwasser gelangten seit 1972 jährlich in die Kemptener Kanalisation. Dank einer Spülbohrung durch die Innenstadt wird das Wasser nun direkt dem Vorfluter zugeführt.
- Erhebliche Betriebskosteneinsparung
Durch den Wegfall der dauerhaften Einleitung von jährlich rund 40.000 m³ Grundwasser in die Kläranlage können langfristig erhebliche Abwassergebühren eingespart werden. Dies führt zu einer nachhaltigen Reduzierung der Betriebskosten. - Ressourcenschonung
Die Kläranlage wird jährlich um etwa 40.000 m³ entlastet. - Trassenverkürzung durch Bestandsnutzung
Die Anbindung an das bestehende Regenüberlaufbecken spart 250 Meter Tiefbauleitung. Dies hat die Investitionskosten des Projekts signifikant reduziert. - Reduzierung von Bau- und Infrastrukturbeeinträchtigungen
Der Einsatz des grabenlosen Horizontalspülbohrverfahrens minimiert das Risiko von Schäden an der sensiblen innerstädtischen Infrastruktur. Gleichzeitig werden Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses sowie Einschränkungen für Anwohner und Gewerbetreibende im unmittelbaren Umfeld deutlich reduziert.
Ausgangslage
Die Hauptstelle der Sparkasse Allgäu betreibt seit 1974 eine Tiefgarage mit 84 Stellplätzen. Im Zuge des Ersatzneubaus der Sparkasse wurde die Tiefgarage nicht saniert.
Die Tiefgarage wurde in das anstehende Grund- und Schichtenwasser gebaut. Eine „Weiße Wanne“ zur Abdichtung kam damals nicht zur Ausführung. Zur Trockenhaltung der Tiefgarage und der damit verbunden Grundwasserhaltung wurde eine Flächendrainage mit einer Grundwasserhebeanlage eingebaut.
Dieses Grundwasser wurde seit 1972 in das öffentliche Mischwasserkanalsystem (Schmutzwasser) eingeleitet, über das Kanalsystem der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Kempten zugeführt und unnötigerweise gereinigt / geklärt.
Im Falle eines Starkregenereignisses belastet das Grundwasser zudem das Mischwasserkanalsystem. Das dritte Bild zeigt das Regenüberlaufbecken im Hofgarten.
Ca. 40.000 m³/a „reines“ Grundwasser wurden in die Kläranlage abgeführt. Diese Menge entspricht in etwa einer Tagesleistung der Kläranlage.
Im Stadtgebiet Kempten gibt es, wie in vielen anderen Städten auch, kein getrenntes Kanalsystem für Regen- und Schmutzwasser.
Im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Planung hat sich das Ingenieurbüro Hirdina Gedanken gemacht, um dem vorgenannten Sachverhalt entgegenzuwirken. Im Ergebnis wurde eine Interimsmaßnahme und dauerhafte Lösung geplant und umgesetzt.
Die Tiefgarage wurde in das anstehende Grund- und Schichtenwasser gebaut. Eine „Weiße Wanne“ zur Abdichtung kam damals nicht zur Ausführung. Zur Trockenhaltung der Tiefgarage und der damit verbunden Grundwasserhaltung wurde eine Flächendrainage mit einer Grundwasserhebeanlage eingebaut.
Dieses Grundwasser wurde seit 1972 in das öffentliche Mischwasserkanalsystem (Schmutzwasser) eingeleitet, über das Kanalsystem der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Kempten zugeführt und unnötigerweise gereinigt / geklärt.
Im Falle eines Starkregenereignisses belastet das Grundwasser zudem das Mischwasserkanalsystem. Das dritte Bild zeigt das Regenüberlaufbecken im Hofgarten.
Ca. 40.000 m³/a „reines“ Grundwasser wurden in die Kläranlage abgeführt. Diese Menge entspricht in etwa einer Tagesleistung der Kläranlage.
Im Stadtgebiet Kempten gibt es, wie in vielen anderen Städten auch, kein getrenntes Kanalsystem für Regen- und Schmutzwasser.
Im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Planung hat sich das Ingenieurbüro Hirdina Gedanken gemacht, um dem vorgenannten Sachverhalt entgegenzuwirken. Im Ergebnis wurde eine Interimsmaßnahme und dauerhafte Lösung geplant und umgesetzt.
Interimsmaßnahme
Mit einer zeitlich begrenzten Genehmigung des KKU Kempten wurde zur Ableitung des Grundwassers eine Druckschlauchleitung DN 125 in das öffentliche Kanalsystem eingebaut. Das Wasser wurde nach Norden in das Regenüberlaufbecken im Hofgarten geleitet und über den Überlauf des Abwasserzweckverbands direkt in die Iller eingeleitet. Eine Zuführung des Grundwassers in die Kläranlage entfiel.
Nach Fertigstellung des Neubaus der Sparkasse 2017 wurde die Genehmigung für die Interimsmaßnahme nicht verlängert, sodass eine dauerhafte Lösung erforderlich wurde.
Nach Fertigstellung des Neubaus der Sparkasse 2017 wurde die Genehmigung für die Interimsmaßnahme nicht verlängert, sodass eine dauerhafte Lösung erforderlich wurde.
Innovatives Verfahren: Spülbohrung als dauerhafte Lösung
Die direkte Strecke von der Tiefgarage bis zum Ufer der Iller beträgt ca. 500 Meter. Aufgrund der innerstädtischen Lage und der hohen Dichte an vorhandenen Leitungen (Telekommunikation, Strom, Abwasser, Wasser, Gas, Fernwärme) war ein offener Kanalbau nicht möglich.
Variantenuntersuchungen zeigten, dass sich ca. 350 Meter nördlich der Sparkasse ein Regenüberlaufbecken mit Entlastungskanal zur Iller befindet. Durch die Nutzung dieses Beckens konnte die Trasse gegenüber der direkten Einleitung um 250 Meter verkürzt werden.
Nach mehreren Ortsterminen und Sondierungen in Zusammenarbeit mit der Firma Max Wild aus Berkheim wurde die Durchführung einer Spülbohrung als realisierbar eingeschätzt.
Im Anschluss wurde eine wasserrechtliche Genehmigung eingereicht.
Die Spülbohrung ist ein Horizontalspülverfahren, bei dem Rohrleitungen unterirdisch verlegt werden. Bei diesem Projekt kam eine indirekte Spülbohrung zum Einsatz, unterstützt durch einen Saugbagger.
Variantenuntersuchungen zeigten, dass sich ca. 350 Meter nördlich der Sparkasse ein Regenüberlaufbecken mit Entlastungskanal zur Iller befindet. Durch die Nutzung dieses Beckens konnte die Trasse gegenüber der direkten Einleitung um 250 Meter verkürzt werden.
Nach mehreren Ortsterminen und Sondierungen in Zusammenarbeit mit der Firma Max Wild aus Berkheim wurde die Durchführung einer Spülbohrung als realisierbar eingeschätzt.
Im Anschluss wurde eine wasserrechtliche Genehmigung eingereicht.
Die Spülbohrung ist ein Horizontalspülverfahren, bei dem Rohrleitungen unterirdisch verlegt werden. Bei diesem Projekt kam eine indirekte Spülbohrung zum Einsatz, unterstützt durch einen Saugbagger.
Die Arbeiten wurden in zwei Teilabschnitten durchgeführt:
Im Juli 2019 wurde die neu verlegte PE-Leitung in Betrieb genommen. Das Grundwasser aus der Tiefgarage der Sparkasse Allgäu wird nun dauerhaft in die Iller eingeleitet.
Damit wird das "reine" Grundwasser nicht mehr unnötig in die Kläranlage geleitet, was einen direkten Beitrag zum Umweltschutz darstellt. Das Projekt ist ein Beispiel für die innovativen, nachhaltigen und ressourcenschonenden Planungsprinzipien des IBH.
- Spülbohrung Residenzplatz – Hofgarten: Startgrube Residenzplatz, Zielgrube am RÜB im Hofgarten
- Spülbohrung Residenzplatz – Königsstraße: Startgrube Residenzplatz in Richtung Sparkasse/Königsstraße, Zielgrube außerhalb der Baustelle Stadtpark
Im Juli 2019 wurde die neu verlegte PE-Leitung in Betrieb genommen. Das Grundwasser aus der Tiefgarage der Sparkasse Allgäu wird nun dauerhaft in die Iller eingeleitet.
Damit wird das "reine" Grundwasser nicht mehr unnötig in die Kläranlage geleitet, was einen direkten Beitrag zum Umweltschutz darstellt. Das Projekt ist ein Beispiel für die innovativen, nachhaltigen und ressourcenschonenden Planungsprinzipien des IBH.




